Mitarbeiter-Zufriedenheit in polnischen Unternehmen - was Sie über Benefits und Unternehmenskultur wissen sollten

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Übersicht
Zufriedenheit im Job ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Motivation für viele Beschäftigte - und sie geht Hand in Hand mit besseren Ergebnissen, Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und Engagement für die eigene Karriere. Heute hat sie eine außergewöhnlich hohe Bedeutung: Wer Stellenanzeigen durchstöbert, achtet immer häufiger auf positive Bewertungen - zum Beispiel zur Atmosphäre im Team - und nicht nur auf andere Faktoren.
Wie beurteilen Polinnen und Polen ihre Arbeitsplätze? Laut einer CBOS-Umfrage, die im Dezember 2025 auf der Website der Polnischen Presseagentur veröffentlicht wurde, bewerten bis zu 64 % der Befragten die aktuelle Situation in ihrem Betrieb positiv, während 9 % ihrem Unternehmen eine negative Note geben.
Was beeinflusst die Mitarbeiter-Zufriedenheit in polnischen Unternehmen?
Zahlreiche Studien und Berichte zur Zufriedenheit in polnischen Unternehmen zeigen, dass Teilnehmende mehrere zentrale Faktoren nennen.
Zufriedenheit & Sicherheit
An erster Stelle stehen allgemeine Zufriedenheit und Erfüllung im Berufsleben - insbesondere gute Beziehungen sowohl zur Führungskraft als auch zu Kolleginnen und Kollegen. Genannt werden außerdem Sicherheitsgefühl, Beschäftigungsstabilität und Vertrauen in das Management - all dies erhöht das Zufriedenheitsniveau. Je stärker das Gefühl von Sicherheit und je überzeugender die HR-Politik, desto höher fällt die Zufriedenheit aus.
Anerkennung & Wertschätzung
Ein weiterer, für Polinnen und Polen ebenso wichtiger Faktor - Anerkennung und Wertschätzung durch Vorgesetzte - wird leider in vielen Arbeitsumgebungen noch nicht ausreichend erfüllt. Berichte in diesem Bereich zeigen klar: Über 50 % der polnischen Beschäftigten fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt, was wiederum mit geringerer Zufriedenheit einhergeht.
Untersuchungen belegen zudem, dass das allgemeine Wohlbefinden (Wellbeing) eine Rolle spielt - also das Gefühl von Autonomie, die Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben, Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven. Nicht zu unterschätzen sind auch nicht-monetäre Zusatzleistungen (Benefits), die zeigen, in welchem Umfang ein Unternehmen in seine Mitarbeitenden investieren möchte.
Unternehmenskultur - das Fundament der Mitarbeiter-Zufriedenheit
Die in einem Unternehmen gelebte Organisations- bzw. Unternehmenskultur ist ohne Zweifel das Fundament der Mitarbeiterzufriedenheit. Sie ist ein Bündel aus Werten, Eigenschaften, Normen, Praktiken und Überzeugungen, das nicht nur die Arbeitsweise der Organisation prägt, sondern auch die Beziehungen zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie zwischen Mitarbeitenden und Führungsebene.
Sinn der Unternehmenskultur
Unternehmenskultur schafft Zugehörigkeit, unterstützt die Entwicklung und fördert die Balance zwischen Arbeit und Privatleben.
Wichtig ist außerdem: Sie definiert den Führungsstil - also wie sich Vorgesetzte und Mitarbeitende begegnen und wie Menschen miteinander arbeiten. Sie entscheidet darüber, ob in einem Unternehmen eine positive, lockere, auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt basierende Atmosphäre herrscht - oder ob sich Teammitglieder gleichgültig begegnen und Hierarchie eher als Hindernis denn als Ressource verstanden wird.

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Elemente der Unternehmenskultur
Studien zur Unternehmenskultur auf dem polnischen Markt weisen auf mehrere für Beschäftigte relevante Aspekte hin: gute Beziehungen zur Führungskraft und zu den Kolleginnen und Kollegen, klare Regeln der Beschäftigung, Stabilität, Entwicklungsmöglichkeiten, Anerkennung der Leistung, Flexibilität sowie eine Balance, die es erlaubt, sich sowohl im Job als auch privat zu verwirklichen.
Elemente einer qualitativ hochwertigen, von vielen Mitarbeitenden gewünschten Kultur sind daher unter anderem unterstützende Führung, offene und transparente Kommunikation, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten, Aufstiegsperspektiven sowie Wertschätzung durch die Führungskraft.
Unternehmenskultur und Mitarbeiter-Motivation - das ist wichtig
Hat die in einem Unternehmen gelebte Unternehmenskultur Einfluss auf die Motivation der Mitarbeitenden? Ganz klar: ja. Je nach Art & Weise der im Unternehmen angewandten Kulturform wirkt sie auf unterschiedliche Weise motivierend:
Vor- und Nachteile der einzelnen Kulturformen
Zu den wichtigsten Vor- und Nachteilen jeder Kulturform gehören:
In der unterstützenden Kultur:
Ein großer Vorteil ist der Aufbau von Stabilität und Loyalität, die Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls und eine positive, arbeitsförderliche Atmosphäre. Durch einen Mangel an Herausforderungen kann sie jedoch auch übermäßigen Komfort begünstigen.
In der autoritären Kultur:
Vorteile sind eine klare Hierarchie und Aufgabenverteilung, die einfache Kontrolle von Ergebnissen sowie Wirksamkeit in Situationen, die schnelle und konkrete Entscheidungen erfordern. Dieser Kulturtyp geht jedoch meist mit höherem Stress, geringerer Kreativität und einem erhöhten Burnout-Risiko einher.
In der innovativen Kultur:
Ein großer Pluspunkt ist die Offenheit für Kreativität - und damit ein stärkeres Gefühl von Sinn in der Arbeit. Da sie schwerer zu steuern sein kann, verlangt sie allerdings Erfahrung und Flexibilität auf Seiten der Führungskraft.
In der wettbewerbsorientierten Kultur:
Vorteile sind Motivation durch Wettbewerb, ein Impuls zu höherer Effizienz und Anreiz zu kontinuierlicher Weiterentwicklung. In extremen Fällen kann Konkurrenz jedoch in einen ungesunden Kampf um Ressourcen umschlagen und die Zusammenarbeit schwächen.
Welche Benefits findet man am häufigsten in polnischen Unternehmen?
Auch wenn Benefits eine gute Unternehmenskultur nicht ersetzen - sie sind ein interessanter Zusatz, der das Zugehörigkeitsgefühl stärken und zur höheren Arbeitszufriedenheit beitragen kann. Zu den am häufigsten angebotenen Benefits in polnischen Unternehmen zählen neben dem Home Office:
Unternehmenskultur und Benefits in polnischen Unternehmen - Zusammenfassung
Unternehmenskultur und Benefits in polnischen Unternehmen sind Themen, die regelmäßig Gegenstand von Berichten und Studien sind. Die Ergebnisse zeigen: Polnische Beschäftigte schätzen vor allem eine gute Atmosphäre, die unter anderem durch die Beziehung zur Führungskraft und die Zusammenarbeit im Team geprägt wird.
Wichtig sind ebenso Entwicklungsmöglichkeiten und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben. Die besten Effekte erzielen Unternehmen, die finanzielle Motivatoren mit nicht-finanziellen kombinieren (Anerkennung durch die Führungskraft, Team-Events, flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten). Erfahrungsberichte zeigen außerdem: Unternehmen mit besonders guter Kultur kommunizieren diese schon in der Stellenausschreibung klar - um Menschen anzuziehen, denen transparente Regeln, offene Kommunikation und gegenseitiger Respekt wirklich wichtig sind.
Häufig gestellte Fragen zur Unternehmenskultur in Polen

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Polnische Beschäftigte betonen insbesondere eine gute Atmosphäre, Beschäftigungsstabilität sowie Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Wichtig sind auch die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Balance) und Transparenz in der Kommunikation.
Mitarbeiter-Benefits sind zusätzliche Leistungen, die der Arbeitgeber neben dem Grundgehalt anbietet. Ziel ist es, die Attraktivität der Arbeit und des Arbeitgebers zu erhöhen.
Geschätzt werden sowohl finanzielle Benefits (Gehaltserhöhungen, Prämien) als auch nicht-monetäre Leistungen (mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeit, gute Teamatmosphäre, Sport- und Wellness-Pakete, zusätzliche freie Tage).
Auch wenn Benefits die Zufriedenheit steigern können (als interessanter Zusatz) - sie können eine gute Unternehmenskultur nicht ersetzen.
Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen fehlende offene Kommunikation, eingeschränkte Autonomie, geringes Vertrauen in die Führungsebene sowie eine zu starke Zentralisierung von Entscheidungen.
Ja. Die Bedeutung nimmt zu - unter anderem aufgrund des Generationenwandels und eines höheren Bewusstseins der Beschäftigten.
Steffen Braun ist deutscher Rechtsanwalt in Warschau und berät seit 23 Jahren deutschsprachige Unternehmer bei ihrem Engagement auf dem polnischen Markt. Insbesondere im Arbeits- und Wirtschaftsrecht.
Er verbindet juristische Genauigkeit mit unternehmerischem Denken und kennt die Schnittstellen zu vielen Fragestellungen aus dem HR-Bereich.
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